VDMA Robotik und Automation - 2011: Umsatz steigt um zwanzig Prozent

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27.07.2011

VDMA Robotik und Automation - 2011: Umsatz steigt um zwanzig Prozent


Für 2011 prognostiziert der VDMA der Robotik und Automation ein Umsatzwachstum von zwanzig Prozent auf rund neun Milliarden Euro. Zudem entwickelt sich China zum wichtigsten Absatzmarkt der Branche.

Die weltweiten Roboterlieferungen sind 2010 vor allem nach Asien und dort besonders nach China massiv angestiegen und haben wieder einen Spitzenwert erreicht. Besonders die Elektronik- und Automobilindustrie haben kräftig investiert. Die weltweiten Roboterverkäufe nach Europa und Amerika haben sich zwar gegenüber 2009 erheblich erhöht, erreichen aber nicht das Spitzenniveau von 2008. Die International Federation of Robotics (IFR) meldet aktuell die Lieferung von 115.000 Industrierobotern im Jahr 2010. Das bedeutet, dass sich die Zahl der weltweit verkauften Einheiten im Vergleich zum schwachen Vorjahr fast verdoppelt hat. Die IFR beurteilt die Zukunft der Robotik optimistisch – insbesondere aufgrund der enormen Nachfrage aus China und anderen asiatischen Wachstumsregionen. Der Absatz von Robotern wird 2011 um 10 bis 15 Prozent ansteigen. Dies würde einen neuen Rekord von 130.000 verkauften Einheiten ermöglichen.

"China ist mit einem Umsatzanteil von über acht Prozent der größte Abnehmer von Robotik + Automation aus Deutschland", betont Thilo Brodtmann, Geschäftsführer VDMA Robotik + Automation. Die Hersteller von Robotik und Automation sehen 2011 aber nicht nur in den wichtigsten Exportmärkten (China, Südkorea, ASEAN) ein großes Potenzial für weitere Umsatzsteigerungen, sondern auch im Inland. Nordamerika sowie die mittel- und osteuropäischen Staaten, wo der Automationsgrad noch verhältnismäßig niedrig ist, haben noch Nachholbedarf.

Weltweit gibt es inzwischen 77.000 Serviceroboter im gewerblichen Bereich, berichtet IFR Statistical Department in der Studie "World Robotics 2010 – Service Robots". Der Gesamtwert der verkauften Serviceroboter für den gewerblichen Bereich betrug rund 13 Milliarden US Dollar.

Etwa 30 Prozent der verkauften Serviceroboter werden im militärischen Bereich für die Verteidigung genutzt, um unbemannte Flugzeuge und Fahrzeuge zu steuern oder zur Minensuche und -entschärfung eingesetzt. 25 Prozent sind als Melkroboter im Einsatz. Beide Kategorien stellen mehr als die Hälfte der bisher verkauften Serviceroboter.

Reinigungsroboter und Medizinroboter folgen mit einem Anteil von jeweils acht Prozent und Unterwasserroboter mit sieben Prozent. Reinigungsroboter werden hauptsächlich in Schwimmbädern für die Reinigung der Becken eingesetzt. Medizinroboter unterstützen vor allem bei der minimal-invasiven Chirurgie, aber auch zunehmend in der Diagnostik. Hier positioniert der Roboter das Diagnostikgerät am menschlichen Körper, z.B. bei der Biopsie.

Unterwasserroboter haben in jüngster Zeit an Bedeutung gewonnen. Sie können in Meerestiefen arbeiten, die für den Menschen unzugänglich sind.

Darüber hinaus werden Roboter in der Bauwirtschaft und auf mobilen Roboterplattformen (sechs Prozent), in logistischen Systemen (fünf Prozent) und in der Überwachung (vier Prozent) eingesetzt.

Prognosen für den Zeitraum von  2010 und 2013 gehen davon aus, dass sich die Zahl der Serviceroboter um weitere 80.000 Einheiten in gewerblichen Anwendungen erhöhen wird, also auf rund 160.000 Einheiten. Besonders gefragt sind Roboter für die Verteidigung, Melkroboter, Logistiksysteme, Inspektionsroboter, Medizinroboter und mobile Plattformen. Der Umsatz wird für diesen Zeitraum auf rund 12 Milliarden US Dollar geschätzt.
 
Bisher sind die Serviceroboter für den privaten Gebrauch vor allem im Bereich Haushalt, als Staubsauger- und Rasenmäherroboter, und im Bereich Freizeit und Unterhaltung als Spielzeugroboter und Lernroboter zu finden. Von diesen Billigprodukten wurden bereits Millionen verkauft. Für den Zeitraum 2010 bis 2013 wird ein Absatz von gut 11 Millionen Stück mit einem Wert von fünf Milliarden US Dollar vorhergesagt.

Unzählige Entwicklungen haben das Ziel, Roboter zu nutzen, um zum Beispiel als "Butler" nützliche Aufgaben im täglichen Leben zu übernehmen. Solche Roboter müssen Bring- und Sammelaufgaben durchführen (Getränke, Bücher, usw.), einfache Tätigkeiten im öffentlichen oder häuslichen Umfeld leisten (Gegenstände vom Boden aufheben, Blumen gießen, Essen erwärmen usw.) oder bei Bedarf Informationen bereitstellen. Ein besonderer Fokus liegt dabei darauf, diesen Service älteren Menschen zur Verfügung zu stellen.