Roboter greift mit aufblasbarem Kaffeesack

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28.10.2010

Roboter greift mit aufblasbarem Kaffeesack


Eine neue Greifarmtechnik kann die Robotik revolutionieren.

Durch eine neue Technik kann ein Roboterarm mit Hilfe eines mit feinen Körnern bzw. Kaffee gefüllten Gummiballs nun auch unförmige und leicht zerbrechliche Gegenstände greifen und platzieren. Der Artikel zum Universalgreifer, entwickelt von Forschern der Universität Chicago, ist in der Zeitschrift PNAS (Proceedings of the National Academy of Sciences) einzusehen.

Anders, als bei der gewöhnlichen Fingergreiftechnik, kann der Gummiball fast alle Gegenstände, unabhängig ihrer Form und ihres Gewichts, greifen. Dies macht eine Dreiphasentechnik möglich: Zunächst schmiegt sich der Ballon an und zu Teilen um den Gegenstand und baut dabei Spannung auf. Danach saugt er den Gegenstand an, wobei über eine Pumpe die Luft, die sich zwischen den feinen Körnern befindet, abgesaugt wird. Dieser Zustand ist vergleichbar mit einer vakuumgeschützten Kaffeetüte, die bei Luftentzug steinhart wird. Damit verbunden blockt der Körnersack in einem dritten Schritt den gegriffenen Gegenstand, sodass er ihn anschließend sicher platzieren kann. 

Durch die flexible Anpassung kann der mechanische Helfer Gegenstände verschiedenster Formen greifen. So könnten Roboter in Zukunft im Pflegebereich Dank der Gummiball-Greiftechnik noch vielseitiger am Patienten beispielsweise bei der Lebensmittelversorgung eingesetzt werden. Zudem kann der Greifball aufgrund seiner effizienten Blocktechnik schwere Gegenstände greifen und deplatzieren, wodurch er auch für die Industrie große Potenziale birgt.

 

Weitere Informationen

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